Welpenschutz unter Hunden – das musst Du wissen

Der Glaube, dass jeder Welpe bei älteren und größeren Hunden unter eine Art Schutzmantel steht, halten sich hartnäckig. Doch kann man wirklich sagen, dass es den Welpenschutz gibt und woran machen sich derartige Beobachtungen deutlich? Du musst nämlich wissen, dass mehr im Welpenschutz hinein interpretiert wird, von uns Tierbesitzern, als es in Wahrheit ist. Wenn Du mit geschultem Auge genauer hinschaust, wirst Du vielleicht auch Deine Vierbeiner hier wiederfinden oder die von Freunden. Denn Welpenschutz darfst Du keineswegs mit einem „ich darf alles“ Schein unter Welpen und Artgenossen vergleichen. Schon gar nicht, wenn sie nicht demselben Rudel entsprechen. Doch fangen wir mal von vorne an.

Der Welpenschutz existiert in Wahrheit nicht wirklich

Es wurde des Öfteren beobachtet, dass im Rudel manche Welpen vorsichtiger behandelt werden. Der Zeitraum war bei Wölfen zum Beispiel in den ersten acht Wochen genauer zu definieren, wo Welpen durchaus etwas mehr Freiheiten genossen, als die restlichen Tiere. Allerdings ist dieses Verhalten auch unter Wölfen nur im eigenen Rudel beobachtet worden. Der vermeidliche Schutz wird aber gerne auch mit Gutmütigkeit und einem guten sozialisierten Verhalten bei Hunden verwechselt. Denn es ist auch bei einem Wolf-Rudel sofort zu erkennen, dass sie selbst kleinere Welpen zurechtweisen, was oftmals beim Hund nicht zu erkennen ist oder nur sehr leicht angedeutet wird, was viele dazu verleiten lässt, dass es eine Art Welpenschutz gäbe. Dem ist außerhalb des eigenen Wolf Rudels nicht so und bei Hunden im Übrigen auch nicht.

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Die eigenen Welpen werden von Hunden immer kurzweilig „bevorzugt“

„Mein Welpe wurde von seiner Mama und seinem Papa aber lieb behandelt“. Das höre ich öfters und stimmt auch so. Die eigenen Welpen werden auch innerhalb der acht Wochen des noch jungen Alters natürlich anders behandelt, als wenn Du einen fremden Welpen im selben Alter zum älteren Hund führst. Das ist ganz normal. Doch verwechsel bitte auch hier nicht Deinen bereits erzogenen und sozialisierten Hund, möglicherweise auch mithilfe einer Hundeschule bestens erzogenen Hund, welcher zudem auch weiß, wie man sich zum Welpen und anderen Hunden im allgemeinen verhalten sollte. Das verwechseln viele und ich berufe mich hier auf viele Hundeschulen, Tierärzte sowie Ratgeber-Seiten im Web und eigenen Erfahrungen, dass es den „klassischen Welpenschutz“ als solches nicht gibt. Wenn Du das anders sehen solltest, ist das aber vollkommen in Ordnung!

Die Erziehung ist maßgeblich für den vermeidlichen „Welpenschutz“ verantwortlich

Gerade bei älteren Hunden glauben viele, dass es eine Art Welpenschutz gäbe, wenn der ältere Vierbeiner sich an den kleinen Neckereien des Welpen nicht stört. Dies ist aber eher einer Verwechslung der Tierbesitzer geschuldet. Im Regelfall hört Dein Vierbeiner auf Kommandos, ist gesellig und natürlich auch gut erzogen. Möglicherweise hast Du mithilfe einer Hundeschule auch schon das Sozialisieren mit anderen und fremden Hunden erlernt oder alleine! Das spielt alles eine entscheidende Rolle dabei, dass die Erziehung sich auch in Geduld erkennbar macht und deswegen verwechseln viele das nicht beachtende Verhalten bei Fehltaten eines Welpen gegenüber größeren Hunden als Welpenschutz. Es gibt von fremden Hunden sowieso keinerlei Welpenschutz. Bei eigenen Babys ist dies aber auch nur vorübergehend zu beobachten, sodass Du hier immer mit Erziehung und Sozialisierung den vermeidlichen „Welpenschutz“ eigentlich erzieherisch begleitest und der Grund bist, wieso nichts passiert.

Welpen immer gemeinsam an neue Hunde heranführen

Fälschlicherweise hat der vermeidliche Welpenschutz in der Vergangenheit dazu geführt, dass Tierbesitzer kleine Welpen auf Hunde los lassen ohne sich einer Gefahr bewusst zu sein. Eben weil sie der Ansicht sind, es gäbe den Welpenschutz. Bitte wiederhole diesen Fehler nicht, weil manche Welpen dies mit dem Leben bezahlen mussten und Du willst diese dramatischen Erfahrungen nicht machen. Gehe also auf andere Hunde immer mit dem Welpen angeleint an einen fremden Hund heran, damit Du die teils noch ungestüme Herangehensweise des Welpen beeinflussen kannst. Am besten kommunizierst Du derweil schon mit dem Hundebesitzer des fremden Vierbeiners und klärst ab, wie das Tier gewöhnlich reagiert usw. Sozialisieren ist immer wichtig, auch mit fremden Hunden, aber gerade bei Welpen immer vorsichtiger sein – es gibt keinen Welpenschutz.

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Vielleicht hilft Dir als unerfahrenen Hundebesitzer auch die Welpenschule?

Wenn Du noch nicht mit Vierbeinern so viele Erfahrungen gesammelt hast, weißt Du vielleicht auch nicht, dass schon ab der vierten Woche die Sozialisierungsphase beginnt oder? Diese ist wichtig, damit der kleine wibbelige und so niedliche Welpe erlernt, dass es auch andere Vierbeiner gibt, die ihre Grenzen haben. Alles was der Vierbeiner jetzt lernt, vergisst er nicht. Die Welpenschule ist eine Mini-Version der Hundeschule, weil dort natürlich vermehrt die Welpen zu finden sind. Denn hier lernt Dein Welpe zu kommunizieren, andere Hunde lernt er ohnehin kennen und Gerüche sowie die Grenzen anderer Hunde zu erkennen. Auch eben durch das Bellen oder Knurren. In einer Welpenschule lernst Du auch folgendes:

• Kommandos geben und einhalten
• Geduldig mit Welpen sein
• Wie sich Deine Stimmung und Stimme auf den Welpen auswirkt
• Wie Du in gefährlichen Situationen reagieren kannst/musst
• Gesetzliche Themen können auch behandelt werden ( Hundesteuer, Leinenpflicht usw.)
• Halter fixieren, Leine anbringen, grundlegend Deinen Hund untersuchen

Das sind auch Themengebiete, die Deinen Welpen betreffen und Du hilfst dabei. Die Welpenschule ist auch meist günstig, sodass Du doch sicherlich mal 25 bis 50 Euro übrig hast dafür oder?

Der Welpenschutz ist also nichts weiter als eine Verwechslung?

Im Grunde kannst Du die Frage selbst mit einem „Ja“ beantworten. Die eigenen Babys werden vom Hund immer kurzfristig anders behandelt, aber dennoch zurechtgewiesen. Das bisher mit größeren Hunden und Welpen nichts passiert ist, ist der Erziehung und dem Sozialverhalten zu verdanken. Der Welpenschutz wie Du ihn kennst oder vielleicht glaubst zu kennen, gibt es nicht. Das ist aber auch nicht schlimm, weil es aus Missverständnissen schnell zu solch einer Annahme kommt. Du wirst auch erstaunt sein, dass sogar viele professionelle Stellen immer noch an dieser Theorie festhalten, aber eben auch viele Tierärzte das Gegenteil sagen, Hundeschulen und erfahrene Züchter sowie Ratgeber-Seiten im Web. Wichtig ist doch nur, solange die Hunde gut sozialisiert sind, und die älteren Hunde bereits gut erzogen sind, wird auch dem Welpen im Regelfall nichts passieren.

Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 16.05.2019)

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3 Kommentare

  1. So ist es! Das hat mir mal mein Tierarzt gesagt, dass es den Welpenschutz als solches überhaupt nicht gibt, das wir Hundebesitzer erzogene und sozialisierte Vierbeiner nicht mit „Welpenschutz“ gegenüber unseren Welpen verwechseln dürfen.

     
  2. Hallo,
    also ich hab damals auf dem Auslaufgebiet die Erfahrung gemacht, dass manche großen Hunde die kleinen Hunde und Welpen oft als Spielzeug sehen. Da kamen zwei riesige Hunde auf meinen kleinen Yorki zugerannt und hätte ich ihn nicht hoch genommen wäre Sie mit Sicherheit nicht mehr. Also ich denke auch das es Welpenschutz gar nicht gibt. Es sind immer noch Tiere die aus Instinkt handeln…
    Gruß Marcel

     

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