Verletzungen beim Hund, die wohl jeder erfahrene Hundebesitzer kennt

Wenn Du zum ersten Mal im freudigen Besitz eines treuen Vierbeiners bist, kann es durchaus möglich sein, dass Du unsere persönliche Top 5 der Hundeverletzungen nicht kennst. Mach Dir keinen Kopf, wir reden hier selbstverständlich nicht von gravierenden Verletzungen mit operativen Maßnahmen, sondern von gängigen Verletzungen, die eigentlich fast jeder Hund mehrfach in seinem Leben aufweist. Gerne wollen wir an dieser Stelle dazu beitragen, dass Du die häufigsten Verletzungen der Vierbeiner kennst und vielleicht sogar erlernst, was Du besser nicht tun solltest und tun solltest. Bedenke aber immer, wir sind nur ein Ratgeber und wir ersetzen keine tierärztlichen Meinungen. Wir sind immer der Ansicht,
neben der „notdürftigen Versorgung“ sollte ein Tierarzt trotzdem zum Schutz drüber schauen.

Die ein- oder abgerissene Kralle ist eine häufige Hundeverletzung

Vom Welpen bis zum ausgewachsenen Vierbeiner sind die Krallen stets ein Merkmal, welches bei eventuellen Verletzungen berücksichtigt werden muss. Wieso sollten Hunde hier eine Ausnahme zu uns Menschen sowie den Fuß- und Fingernägeln sein? Da der Vierbeiner ständig auf den vier Pfoten unterwegs ist, den unebenen Böden/Straßenbelägen ausgesetzt ist, spielt, sich kratzt und mehr, passiert es hier nicht selten, dass die Kralle einreißt oder abreißt. Jetzt stellt sich bei einer derartigen Verletzung aber die Frage nach der adäquaten Behandlung, was würdest Du also jetzt tun? Die Kralle ganz abschneiden oder gar mit der Nagelfeile feilen? Bitte nicht. So gehst Du am besten vor, wenn es sich um einen eingerissenen oder abgerissene Kralle handelt:

• Die Kralle niemals eigenständig entfernen oder feilen
• Leichten Verband anlegen, um eventuelle offene Stellen vor Bakterien zu schützen
• Zum Tierarzt fahren ( kein Notfalldienst! )

Wieso zum Tierarzt fahren? Es ist wichtig, dass mal kurz drüber geschaut wird, ob es nur die Kralle ist oder das „Krallenbett“ des Hundes vielleicht offen ist, verletzt und mehr. Dadurch könnten Bakterien in die offene Wunde gelangen und zur Sepsis im schlimmsten Fall führen. Zudem muss eine abgerissene Kralle oder teils gerissene Kralle vielleicht professionell entfernt werden, um das Verletzungsrisiko nachhaltig für den Hund zu verbessern. Ist es gerade Wochenende? Dann musst Du nicht zwangsläufig den teuren Notdienst nehmen. Achte aber darauf, dass der lockere Verband gewechselt wird, dass sich der Hund weiterhin gut bewegen kann und gehe bitte spätestens montags zum Tierarzt, um mal für wenige Euro ( meist unter 50 Euro je nach Region ) drüber schauen zu lassen und eventuell die Kralle ganz entfernen zu lassen.

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Schnittverletzungen an den Pforten sind bei Hunden keine Seltenheit

Du kannst noch so vorsichtig durch die Gegend spazieren und Deinen Vierbeiner am besten nicht aus den Augen lassen, aber auf Wiesen, in Seen & Co tummeln sich für die Pfoten des besten Freund des Menschen immer Gefahren. Schnitte sind aus diesem Anlass keine seltenen Verletzungen, die Hunde und deren Besitzer ereilen, sondern recht häufig. Ob an Glas, durch scharfe Steine und Stöcke sowie Müll. Die Gefahren lauern auf den Straßen, im Garten und überall. Manchmal sind es nur leichte oberflächliche Schnittverletzungen, die Du kontrollieren musst. Doch es kommt auch vor, dass es Schnitte sind, die dringend genäht werden müssen. Damit Du im Ernstfall richtig reagierst, folgt hier also die wohl einfachste Vorgehensweise, um dann zum Tierarzt zu kommen.

• Die Pfote sowie den Hund bitte ruhig halten
• Selbst Verband umlegen und versorgen nur dann, wenn es stark blutet
• Nicht die Wunden vom Hund lecken lassen
• Bitte nicht die Wunde berühren, um Bakterien zu vermeiden und Entzündungen
• Zum Tierarzt fahren

Viele werden jetzt sagen:“ach kommt, übertreibt nicht, man muss nicht für jedes Wehwehchen zum Tierarzt“. Wir sind nur ein „Ratgeber“ aus Spaß und natürlich auch für all jene, die vielleicht nicht so viel Erfahrungen mit Hunden haben, nicht einschätzen können, wann es eine tiefe Schnittwunde ist, wann nur oberflächlich usw. Zudem trauen sich viele eben auch nicht, tierärztliche Präparate zum desinfizieren zu nutzen und mehr. Ein kostengünstiger Besuch beim Tierarzt schadet nicht, um die Wunde professionell reinigen zu lassen, einmal schauen zu lassen, ob dort noch Fremdkörper enthalten sind, es genäht werden muss oder zu hinterfragen, wie es am besten abheilt.

Manchmal ist es auch nur eine schmerzende Pfote

Schmerzt die Pfote? War der Hund einfach heute falsch aufgesprungen? Hat sich der Vierbeiner vielleicht einfach nur etwas übernommen? Es gibt so viele Möglichkeiten, wieso die Pfote Deines Hundes weh tut und nicht immer steckt eine ernsthafte Zerrung, Prellung oder gar ein Kreuzbandriss dahinter. Das ist die gute Nachricht und die schlechte Nachricht? Der Hund muss sich erst einmal schonen, um etwaige Verletzungen an der schmerzenden Pfote nicht schlimmer zu machen. Am besten gehst Du so vor, wenn Du merkst, dass Dein Hund eine schmerzende Pfote hat:

• Pfote ruhig stellen
• Bei Schwellungen nutzt Du kühle Umschläge zur Kühlung
• Erst einmal den Hund ins Auto tragen oder in die Wohnung
• Maximal zwischen 12 bis 48 Stunden beobachten oder sofort zum Tierarzt gehen

Es kommt natürlich darauf an, wie schmerzhaft die Pfote ist. Du kannst ruhig mal 24 Stunden schauen, ob es besser wird und vielleicht nur eine leichte Verstauchung ist. Wenn der Hund allerdings schmerzt und sich bemerkbar macht, gehst Du bitte am besten direkt zum Tierarzt. Manchmal ist es wirklich nur ein „falsch aufgetreten“ oder „zu viel getobt“, aber es kann auch mal etwas schwerfälliger werden, was Du vor allem an der Schonhaltung des Tieres erkennst und möglicherweise, dass Schmerzen hat. Wenn Du jetzt nicht gerade in den Notdienst möchtest, wofür jeder Verständnis hat, wenn es keine tödlichen Verletzungen sind, dann geh aber bitte direkt montags vorbei, um Geld zu sparen, aber mal drüber gucken zu lassen.

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Brandblasen an den Pfötchen kannst Du meist selbst behandeln

Gerade auf dem heißen Asphalt kann es schnell mal passieren oder durch eine unüberlegte Bewegung der Pfoten, dass der Vierbeiner eine Brandblase an den Pfötchen hat. Natürlich ist diese meist auch so unangenehm wie beim Menschen, aber das ist in den seltensten Fällen ein Grund, sofort zum Tierarzt zu gehen. Hier kannst Du problemlos und schnell selbst vorgehen. Wie? Am besten so:

• Nutze ein lauwarmes Tuch, um die Pfote zu befeuchten
• Schütze sie gleichzeitig vor Schmutz
• Achte darauf, dass der Vierbeiner diese Pfote vorerst nicht unnötig belastet
• NIEMALS die Brandblase selbst öffnen!

Ich empfehle eigentlich nie, dass Du die Brandblase öffnest. Du könntest dadurch die Bakterien in die offene Brandblase führen und dadurch entzündet sich die Stelle. Ob Du zum Tierarzt gehst, entscheidest Du selbst, aber ich hab bei meinen Recherchen im Web viele Beiträge und Hinweise auch z. B bei Fressnapf.de gelesen, dass Du problemlos diese selbst behandeln kannst.

Fremdkörper müssen und sollten immer vom Tierarzt entfernt werden

Stöcke, Steine, Glasscherben und viele andere Fremdkörper sind oftmals im Laufe des Hundelebens in den Pfötchen wiederzufinden, zwischen den Pfötchen und mehr. Hier kann ich nur sagen, bitte niemals selbst entfernen und immer einen Tierarzt drüber schauen lassen. Dieser desinfiziert die Stelle, zieht den Fremdkörper professionell heraus und nimmt die Nachbehandlung sofort auf.

Den Top 5 der Hundeverletzungen kannst Du nun vorbereitet entgegen stehen

Das sind ja glücklicherweise keine Kreuzbandrisse, Brüche oder andere schwere Verletzungen oder? Die Top 5 der möglichen Hundeverletzungen wirst Du mit viel Pech auch häufiger erleben müssen, aber Du bist jetzt wenigstens vorbereitet und weißt, was Du tun kannst, um Deinem Hund zu helfen.

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Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 01.05.2019)

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2 Kommentare

  1. Kenne ich von meinem kleinen Jacki. Ich mag Eure Artikel wirklich. Sie sind nett geschrieben, hilfreich für Anfänger aber auch für uns „Profis“ noch immer eine Erinnerung, was wir teilweise durchgemacht haben. Toll macht ihr das. Unser Labrador hatte aber auch schon einen Kreuzbandriss oder sowas in der Art, der hatte das Bein nach der Op etwas verkürzt.S chrecklich

     

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