Immer mehr Hunde erkranken an einer Schilddrüsenunterfunktion

Tierarzt Hund Schilddrüse
Tierarzt Hund Schilddrüse

Wie bei uns Menschen ist die Schilddrüse auch bei Hunden für das hormonelle Gleichgewicht verantwortlich. In fast jeder Tierarztpraxis werden, je nach Größe der Praxis, bis zu 100 Hunde behandelt, die eine Schilddrüsenunterfunktion aufweisen und die Zahl dürfte in Zukunft höher werden. Damit Du erkennen kannst, ob vielleicht bei Deinem Vierbeiner eine Schilddrüsenunterfunktion aufgetreten ist, erfährst Du hier wichtige Fakten, die Dich informieren und Dir zur Seite stehen. Mach Dir im Übrigen
keine Sorge, eine Schilddrüsenunterfunktion ist leicht zu behandeln und sollte keinen Tierarzt vor allzu großen Sorgen stellen.

Die Schilddrüse übernimmt auch beim Hund wichtige Funktionen

Für fast alle Stoffwechsel-Prozesse des Körpers ist die Schilddrüse verantwortlich. Sie produziert die jodhaltigen Hormone Thyroxin ( T4 ), Kalzitonin und Trijodthyronin ( T3 ). Gerade die T-Werte sind auch bei uns Menschen für viele Vorgänge im Körper verantwortlich und steuert auch das Hirn in seiner hormonellen Ausschüttung. Wenn hier also der Kreislauf durch eine Unterfunktion etwas unterbrochen wird, funktioniert der hormonelle Haushalt beim Hund nicht reibungslos, was sich auch optisch sowie mit vielen anderen Symptomen erkennbar macht.

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion solltest Du kennen

Die Symptome können je nach Ausprägung der Unterfunktion natürlich variieren. Dazu kommt, dass nicht alle Symptome auch gleichzeitig auftreten werden. Vergiss das nicht, wenn Du unter den Symptomen nach Auffälligkeiten bei Deinem Hund suchst.

  1. Eine zunehmend schlechtere Fellqualität
  2. Fettleibigkeit oder Übergewicht
  3. Trägheit
  4. Häufige Müdigkeit ohne viel Bewegung vorausgesetzt
  5. Traurige Mimik
  6. Schlechte Wundheilung
  7. Hibbeligkeit
  8. Aggressives Verhalten
  9. Allgemeine Verhaltensveränderungen
  10. Ständiges oder häufiges Hecheln ohne für Dich erkennbare Gründe
  11. Schnelles frieren
  12. Herzprobleme

Wie bereits angekündigt, sind nicht immer alle Symptome auffällig. Manchmal stechen auch nur 1 bis 2 Symptome heraus, was es für Dich nicht leichter macht, hier sofort zu erkennen, dass die Ursache womöglich die Schilddrüse sein kann. Doch Dein Tierarzt weiß natürlich, wenn der Verdacht bei den Symptomen nahe liegt, was zu tun ist.

Mögliche Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Hier ist vor allem das Alter des Hundes maßgeblich. Klar ist aber auch, dass sich eine Schilddrüsenunterfunktion stets schleichend entwickelt und sogar Jahre dauern kann. Doch die Häufigkeit, in der vor allem Hunde ab 10 Jahren oder gerade größere sowie mittelgroße Hunde betroffen sind, ist schon ausgesprochen auffällig. Es kann sowohl eine genetische Begünstigung des Muttertieres sowie eine rassentypische Erscheinung sein, aber eben auch der gängige Veränderungsprozess im hohen Alter. Andere Ursachen wird Dein Tierarzt mit Blutuntersuchungen und Ultraschall sofort auszuschließen wissen, sodass in den meisten Fällen wirklich das Alter nachhaltig für die Problematik verantwortlich ist.

So stellt Dein Tierarzt die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Es versteht sich irgendwo von selbst, dass Du anhand der Symptome natürlich nicht einfach in die nächste Tierarztpraxis gehen kannst, um Thyroxin für Deinen Vierbeiner zu bestellen. Erst muss Dein Tierarzt
die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion stellen und dazu bedarf es neben einem klassischen Ultraschall, um die Schilddrüse zu untersuchen auch eines Bluttests. Hier wird insbesondere auch der T4 und T3 Wert geprüft, da der Kalzitonin-Wert fast ausschließlich um den Kalziumhaushalt wertvoll ist. Nachdem keine Vorerkrankungen oder beiläufigen Erkrankungen festgestellt werden konnten, die die Schilddrüsenunterfunktion begünstigen, ist es an der Reihe die richtige Diagnose samt Therapie zu unterbreiten.

Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Die Therapie erfolgt ein Leben lang, was aber nichts Dramatisches für Dich sein wird. Du musst Deinem Vierbeiner jetzt nur täglich Tabletten geben. Alle 4 bis 6 Monate wird ein neues Blutbild erstellt, um die Dosis anzupassen oder gleichbleibend beibehalten zu können. So wird Deinem Vierbeiner zum Beispiel mit Thyroxin die fehlende Stärke der Hormone zugefügt, damit die Schilddrüse sowie der Körper reibungslos arbeiten kann.

Eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund ist keinesfalls selten

Wie bei Menschen ist auch die Schilddrüsenunterfunktion keine seltene oder unheilbare Erkrankung beim Vierbeiner. Du musst eben regelmäßig die Blutuntersuchungen durchlaufen, um die Tagesdosis der Tabletten für den Vierbeiner stets angepasst zu wissen und damit bist Du bestens beraten. Die Therapie schlägt gut an und Dein Vierbeiner kann weiterhin ein unbeschwertes Leben führen.

  • Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 12.02.2020)
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