Hunde vegan ernähren – Tierärzte raten nur in absoluten Ausnahmefällen dazu

Hunde vegan ernähren – Tierärzte raten nur in absoluten Ausnahmefällen dazu

Die vegane Lebensweise ist eine Lebensweise, die auf tierische Bestandteile anders als Vegetarier gänzlich verzichtet. Jeder Veganer hat seine ganz eigene Begründung, wieso er/sie auf Produkte tierischen Ursprungs verzichtet. Es lobt jeden, der diszipliniert seine Lebensweisen auslebt und diese mit einem manchmal komplizierten Alltag kombinieren kann, aber bitte nicht mit dem eigenen Haustier. Immer mehr Veganer sind der Meinung, ihre Lebensweise ist ohne Probleme und Mängel am Hund auszuleben. Teilweise sind sie derart ignorant und militant oder besserwisserisch, dass sie ihre Hunde in Lebensgefahr bringen. Vermehrt müssen Tierärzte Hunde aufpeppen, sogar Ordnungsämter weltweit müssen eingreifen, um die Tiere vor ignorante Besitzer, die nicht verstehen wollen, dass eine vegane Lebensweise für den Hund nicht artgerecht und gesund ist, zu schützen. Verstehe mich bitte nicht falsch, wenn Du Veganer bist, finde ich das lobenswert. Dein Hund ist jedoch kein Veganer! Nur ist seltenen Ausnahmefällen, hier ist Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten, ist dies möglich. Ich verrate Dir hier also gerne wieso. Das hier soll kein Veganer-Bashing sein, aber vielleicht erreichen wir gemeinsam zumindest die Akzeptanz, dass man seine Tiere artgerecht oder gar nicht halten sollte.

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Hunde sind keine Veganer und dürfen nur im Notfall kurz vegetarisch ernährt werden

Erst kürzlich wurde eine Katze in Australien im Tierarzt vor dem sicheren Tod gerettet, weil der vegane Besitzer nicht akzeptieren wollte, dass ein Kitten nicht derart ernährt werden kann. Ähnliche Fälle findest Du weltweit wieder und zurecht sind Tierärzte und einige Tierschutzorganisationen auch empört darüber, wie ignorant jemand die Revolution der Tiere und deren artgerechte Haltung sowie Ernährung verändert, weil es dem eigenen Lebensstil sonst nicht passt. Hunde benötigen viele Bestandteile für den eigenen Körper aus tierischen Produkten und deswegen ist es nur in Ausnahmefällen denkbar, dass Du deinen Hund vegan ernährst. Hunde benötigen folgendes für ihren Körper und finden dies im Übrigen auch in Fertigfutter, beim BARFen und im Trockenfutter wieder. Im Übrigen, gegen einen vegetarischen Tag ist nie etwas einzusetzen, aber bitte übertreibe es nicht. Folgende Bestandteile benötigt Dein Tier:

  • Kohlenhydrate zur Verdauung und für eine gesunde Darmflora
  • Fette für die Energie und weitere wichtige Prozesse im Körper des Vierbeiners
  • Proteine dienen als Botenstoff, sind für den Knochenbau, für die Muskeln und die Zellen mit verantwortlich
  • Essentielle Aminosäuren, die schwer in pflanzlichen Bestandteilen zu finden sind
  • Vitamine, die nicht immer ausreichend in pflanzlichen Produkten zu finden sind
  • Mineralien, die ebenfalls schwer ausschließlich aus der Pflanzenwelt zu gewinnen sind

Natürlich ist es möglich, mal ein Tag mehr Gemüse im Napf des Hundes zu füllen oder Mal einen vegetarischen Tag einzuführen. Das geht schon. Doch auf Dauer wird es schwierig, dem Hund artgerecht seine Mineralien, Eiweiße, Vitamine und Spurenelemente aus rein pflanzlichen Bestandteilen zu zuführen. Das geben auch vermehrt Tierärzte zu bedenken und möchten auf die Problematik einer veganen Hundeernährung hinweisen. Das diese Lebensweise vielleicht nicht mit Deiner Lebensweise übereinstimmt, verstehen wir alle, aber bitte halte ich an eine artgerechte Tierhaltung aus Liebe zu Deinem Tier!

Welpen darfst Du unter keinen Umständen vegan oder vegetarisch ernähren

Während Du einen ausgewachsenen Hund durchaus mal vegetarisch ernähren kannst, darfst Du diesen Fehler überhaupt nicht bei Hunden unter 12 Monaten tun. Welpen sind auf die richtige Ernährung angewiesen und können unter gefährlichen Mangelerscheinungen leiden, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Wenn sie allerdings nicht zum Tode führen, dann sind Folgeschäden durch die Mangelerscheinung sicher. Dies kann sich im Wachstum auswirken, durch Organschäden und dem Knochen- sowie Muskelbau auffällig werden. Bitte hier also nochmals dem Hinweis folgen: Welpen auf keinen Fall vegan oder vegetarisch ernähren.

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Folgende Punkte können eine vegetarische und vegane Hundeernährung gestatten

Gleichwohl Tierärzte, Ernährungswissenschaftler mit Spezialgebiet Tierernährung und Tierschutzorganisationen Dir abraten, Deinen Hund vegan oder rein vegetarisch zu ernähren, können Ausnahmen die Regel bestätigen. Dazu musst Du aber bei einem Tierarzt vorsprechen, weil dieser Dir dann wiederum zeigen kann, wie Du die Bestandteile, die ein Hund bekommt, irgendwie mit Medikamenten im Ernstfall etc. auffrischen kannst. Wann dieser Fall eintritt, dass ein Hund mit Absprache und regelmäßigen Kontrollen durch den Tierarzt vegan und/oder vegetarisch ernährt werden muss? Siehe hier.

  • Bei einer Fleischallergie beziehungsweise eine Unverträglichkeit
  • Bei Stoffwechselerkrankungen
  • Bei Erkrankungen mit dem Verdauungstrakt

In diesem Fall musst Du mit Deinem vertrautem Tierarzt natürlich eine Alternative finden, aber diese solltest Du niemals eigenhändig in vegan und vegetarisch verändern. Hier muss der Arzt schauen, was das beste für Deinen Hund ist, um artgerecht und zum Wohle des Tieres entscheiden zu können. Das ist Dir doch besonders wichtig oder?

Hat eine vegane oder vegetarische Ernährung für den Hund Vorteile?

Nach derzeitigem Erkenntnisstand und nach etlichen Recherchen auf Tierarztseiten usw. steht keinerlei positive Bewertung für eine vegane und vegetarische Ernährung im Fokus. Es scheint derzeit keinen einzigen Grund zu geben, zu glauben, dass bisherige Annahmen falsch sein. Es ist also derzeit nicht förderlich, dass Du Deinen Hund vegan ernährst oder ausschließlich vegetarisch. Mal einen Vegetariertag – das ist hingegen auch von Tierärzten mit einem Okay abgesegnet.

Die Nachteile einer vegetarischen und veganen Hundeernährung sind vorrangig

Vor allem in der Verdauung macht sich auch laut „Fressnapf.de“ eine rein pflanzliche Ernährung bemerkbar. Denn die Verdauung ist schwieriger für den Hund durch pflanzliche Proteine, als mit tierischen Eiweißen. Hinzu kommend, dass die notwendigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente in pflanzlichen Bestandteilen wesentlich schwieriger aufzufrischen sind, als durch den Ursprung tierischer Bestandteile. Nicht zu vergessen, dass es rein evolutionär bedingt, der Hund stammt bekanntermaßen vom Wolf ab, nicht art- und tiergerecht ist.

Hunde sind keine Veganer und keine Vegetarier, außer sie sind krank!

Bitte fühle Dich jetzt nicht angegriffen. Du bist Veganer oder Vegetarier? Das ist eine tolle Einstellung zum Leben und auch zum Schutze vor Massentierhaltung etc. Dafür habe ich größtes Verständnis. Allerdings habe ich kein Verständnis für all jene, die die artgerechte und gesunde Tierhaltung ihrer Lebensweise unterordnet und Hunde sowie Welpen falsch ernähren. Wer seinen Hund ohne einen Grund, damit meine ich nicht die eigene Einstellung zum Leben, artgerecht halten möchte, der sollte auf das Tier zu Liebe des Tieres verzichten. Wenn Du eine vegane und vegetarische Lebensweise frönst, aber dich in der Lage siehst, dem Hund das notwendige Futter zu liefern, welches er benötigt – dann steht der Hundehaltung trotz Widersprüche zu Deiner Einstellung und Ernährung nichts im Wege.

Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 28.04.2019)

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1 Kommentar zu „Hunde vegan ernähren – Tierärzte raten nur in absoluten Ausnahmefällen dazu“

  1. Ich finde es ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man als Veganer der Meinung ist, das kann mein Hund auch! Kann er nicht und sollte er aus artgerechter Tierhaltungsgründen sowie seinem tagtäglichen Bedarf nicht. Wer seine Lebensweise nicht trennen kann/will von seinem Tier, der soll sich keine Tiere anschaffen!

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