Die Ursachen und Maßnahmen, wenn Dein Hund erbricht

Eigentlich kennt wohl jeder Hundebesitzer die Situation, wo der Vierbeiner plötzlich erbricht. Viele Hundebesitzer, vielleicht auch Du, machen sich jedoch schnell sorgen, dass hinter dem Erbrechen etwas Schlimmes stecken muss. In den meisten Fällen sind die Ursachen jedoch harmlos und die Maßnahmen zum vorbeugen umso leichter. Selbstverständlich kann es hier auch eine akute Problematik geben, aber dazu erfährst Du hier mehr.

Spontanes Erbrechen des Hundes deutet oftmals auf folgendes hin

Keine Sorge, nicht immer ist es etwas Dramatisches, wenn sich Dein Vierbeiner übergibt. Es kann einfach nur sein, dass er zu schnell oder zu viel gefressen hat. Manche Vierbeiner fressen zudem mit Vorliebe Gras und erbrechen dies natürlich wieder aus. Spontanes Erbrechen muss also nicht grundlegend sofort mit Vorsicht betrachtet werden. Folgende Hinweise deuten darauf hin, dass zumindest bei nicht akutem und durchgehenden Erbrechen, Verhaltensveränderungen etc. alles in Ordnung ist.

Überanstrengung
• Zu viel gefressen
• Zu schnell gegessen
• Magenübersäuerung ( erkennst Du am Schaum im Erbrochenen )
• Bei Fahrten mit dem Zug, der Bahn oder dem Auto
• Futterwechsel
• Während der Läufigkeit durch Stress im Hormonhaushalt
• Gras gefressen
• Futterunverträglichkeit
• Fellwechsel
• Verdorbenes Futter

Das sind vergleichbar harmlose Gründe, wieso Dein Vierbeiner in Deinen Augen plötzlich erbricht. Nicht immer kommt es direkt nach dem Gras fressen oder sofort nach dem Verschlingen der eigenen Mahlzeit. Es kann auch mal einige Minuten oder 60-90 Minuten dauern, ehe dann auf einmal erbrochen wird. Doch in den meisten Fällen lassen sich die Zusammenhänge mit den obrigen Begründungen erkennen. Hier ist also nicht direkt ein Grund zu Panik gegeben. Beim Futterwechsel ist die Eingewöhnungszeit manchmal davon betroffen, verdorbenes Futter solltest Du natürlich immer wegstellen, aber selten gehen Hunde da auch in der Tat dran. Zu viel Fell beim putzen heruntergeschluckt, zu schnell oder zu viel gegessen, auf leerem Magen zu hastig gefressen – all das sind mögliche Ursachen, die eigentlich auch jeder Hundebesitzer kennen lernen wird.

Auch die Psyche kann beim Vierbeiner für das spontane oder akute Erbrechen
sorgen

Wir Menschen neigen bereits in stressigen Situationen dazu, dass uns schlecht wird. Wieso sollte dies also auch nicht Deinem Hund widerfahren. Es ist ja nicht so, dass jedem Menschen und jedem Hund schlecht wird, wenn er unter Druck, Stress oder Nervosität leidet. Doch wie bei uns auch, kann der beste Freund des Menschen durchaus aufgrund von Stress und Nervosität dazu neigen, sich zu übergeben. Zum Beispiel in einer Trauerphase ist dies schon häufiger beobachtet worden, dass Hunde zum Erbrechen neigen, wenn die Besitzer verstorben sind, der Hundefreund oder ein Welpe. Hunde, die nicht allein sein können, können ebenfalls übergeben, wenn sie von der Einsamkeit zu sehr gestresst sind. Auch Umzüge könnten die Erklärung sein, wieso Dein Hund auf einmal erbricht. Darauf gilt es daher auch zu achten, damit Du diese stressigen und psychisch belastenden Probleme verringerst.

Vergiftungen machen sich häufig durch plötzliches und akutes Erbrechen bemerkbar

Gleichwohl in den meisten Fällen Hunde aus harmlosen Gründen erbrechen, kann auch eine schwerwiegende Problematik dahinter stecken. So wäre es durchaus denkbar, wenn Du ein heftiges Erbrechen erkennst, zum Beispiel nach einem Spaziergang, dass Dein Hund vergiftet wurde. Zum Beispiel durch einen Gift-Köder, aber auch Reinigungsmittel oder Pflanzen können das plötzliche Erbrechen auslösen. Hier musst Du derweil noch darauf achten, ob vielleicht folgendes mit in der plötzlichen Symptomatik auftritt, um den Ernst der Lage sofort erkennen zu können.

Blutiges Erbrechen
• Zittern
• Krämpfe
• Bewusstseinsstörungen
• Extremes hecheln
• Atemprobleme
• Herz-Kreislauf-Probleme
• Schaum vor dem Mund
• Apathische Abwesenheit
• Lethargie
• Bewusstlosigkeit

Diese Anzeichen neben dem Erbrechen lassen sofort auf eine Vergiftung deuten und müssen dringend behandelt werden. Hier ist es ratsam, dass Du während Du den Hund fahrbereit machst, sofort den Tierarzt bereits informierst, damit die Helfer und Helferinnen sofort alles vorbereiten können, um schnell einen Behandlungsraum mit entsprechenden Infusionen und Equipment bereitstellen zu können. Hier kann jede Sekunde zählen.

Chronisches Erbrechen musst Du genauer kontrollieren lassen

Sich mal zu erbrechen, ist kein Weltuntergang. Auch nicht sofort ein Grund zur Sorge. Doch regelmäßigeres Erbrechen solltest Du in jedem Fall von einem Tierarzt untersuchen lassen. Hier können neben Herzerkrankungen auch Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder des Magen-Darm-Systems die Ursache sein. Wobei leider auch folgende Ursachen möglich sind, die sowieso immer eine Behandlung durch einen Tierarzt erforderlich machen.

Magengeschwüre
• Tumore
• Staupe
• Diabetes mellitus
• Leishmaniose
• Nierenerkrankungen
• Paravirose
• Leptospirose
• Würmer
• Giardien

Das sind alles mögliche Ursachen, die ein wiederkehrendes Erbrechen erklären können, nicht zwangsläufig müssen. Das bedeutet also, dass wenn Du keine „harmlose Ursache“ erkennen kannst, wie gerade zu hastig gegessen und das Erbrechen wiederkehrend ist, Du in jedem Fall darüber mit einem Tierarzt sprechen muss. Dieser kann mittels Blutprobe, Ultraschall und Röntgen erkennen, ob dort irgendwo neben der Urin- und Stuhlprobe die Ursache zu erkennen ist und dann diese behandeln.

Häufiges Erbrechen sollte immer ein Tierarzt genauer untersuchen

Wenn sich ein Vierbeiner Mal erbricht, ist das nichts Ungewöhnliches. Sollte dies jedoch in häufigen Abständen passieren, solltest Du immer die Meinung eines professionellen Tierarztes zur Rate ziehen. Hat Dein Hund vielleicht einen empfindlichen Magen und benötigt anderes Futter? Ist er vielleicht erkrankt? Liegt eine Entzündung vor? Das können wir Dir in unserem Ratgeber-Artikel natürlich nicht beantworten und wir dienen nur als Informationsquelle. Nachhaltiges Fachwissen über die möglichen Gründe erhältst Du aber immer nur direkt vom Tierarzt. Wir sind nur eine kleine Hilfestellung, um die Gründe und den Vierbeiner besser kennenzulernen.

Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 23.06.2019)

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