Die Herzinsuffizienz beim Hund muss frühzeitig behandelt werden

Herzinsuffizienz beim Hund
Herzinsuffizienz beim Hund

Ähnlich wie beim Menschen, schleicht sich auch bei Deinem Vierbeiner eine Herzinsuffizienz möglicherweise ganz unbemerkt über Wochen, Monate gar Jahre ein. Doch genau diese Zeit kann fatale Auswirkungen auf die Lebensqualität Deines Hundes haben, sodass die frühzeitige Erkennung bei der Prognose deutliche Vorzüge mit sich bringt. Die Herzinsuffizienz ist daher ein wichtiges Thema, welches Du unbedingt genauer informativ betrachten solltest. Es kann jeden Hund aus ganz unterschiedlichen Gründen treffen, und deswegen ist dieses Thema nie unwichtig.

So funktioniert das Herz eines Hundes

Um die Brisanz des Themas genauer zu verstehen, hilft es Dir womöglich, wenn Du das Herz als Ganzes betrachtest. Denn die Funktionsweise bei Vierbeinern oder allen Tieren ist mit denen des Menschen einhergehend. Auch Dich kann eine Herzinsuffizienz treffen und so sollte es immer ein informatives Privileg sein, sich das Herz und dessen Funktionsweise genauer anzuschauen, weil Du so nur an wichtigen Informationen gewinnen kannst, welche Dir die Gefahren bewusst werden lassen und zur Sicherheit Deines Hundes auf sein Gesamtverhalten anzuwenden sind.

So funktioniert im Übrigen auch Dein Herz:

Das Herz ist der Lebensmittelpunkt eines jeden Lebewesens. Es ist umgeben von Gewebestrukturen sowie Organen. Darüber hinaus ist es für die optimale Blutversorgung des Körpers verantwortlich und transportiert den Sauerstoff in sauerstoffarme Blutregionen, um die optimale Versorgung der Organe und des Körpers des Vierbeiners zu gewähren. Eine linke und rechte Herzkammer ist gleichzeitig von dem linken sowie rechten Vorhof abzugrenzen. Denn jedes dieser wichtigen Bestandteile des Herzens,
kann ganz eigenständig an einer Funktionsstörung leiden. Vom rechten Vorhof aus transportiert der Hundekreislauf das Blut in die rechte Herzkammer, welche anschließend das Blut in die Trikuspidalklappe transportiert.

Dann geht es bereits wieder für das Blut über die Pulmonalarterie in die Lunge. Klingt kompliziert, aber das passiert alles in wenigen Sekunden und Minuten. Das Pulsfühlen ist zum Beispiel in perfektes Indiz dafür. Doch noch ist der Transport im Übrigen nicht fertig. Befindet sich das sauerstoffreiche Blut bereits in der Luge, wird sauerstoffärmeres abgelöst und in Richtung des linken Vorhofs und der Mitralklappe transportiert bis es in der linken Herzkammer ankommt.

Das klingt jetzt für den Laien nach Fachchinesisch, und das ist es sicherlich auch. Für Dich ist dieser Vorgang lebenswichtig sowie für Deinen Hund auch. Sollte es zu einer Funktionsstörung kommen, wird dies Auswirkungen auf Deinen Vierbeiner haben ähnlich wie beim Menschen. Daher war es wichtig, dass Du zumindest verstehst, dass alles von rechts nach links arbeitet und wieso es so wichtig ist, dass das Herz reibungslos funktioniert. Denn nur so funktioniert der Körper Deines geliebten Tieres einwandfrei.

Herzinsuffizienz beim Hund – das sind die möglichen Symptome

Es gibt verschiedene Symptome, wie sich eine Herzinsuffizienz bei Deinem Hund möglicherweise äußern kann. Daher möchten muss hier erwähnen, dass die Symptome auch auf andere Krankheitsbilder hindeuten können und nicht immer zusammenhängend als Gesamtpaket auftreten. Das kennst Du auch von Dir, wenn Du erkältet bist, hast Du ja auch nicht ständig Fieber, Halsschmerzen oder Bauchweh. So ähnlich verträgt es sich, leider zum Nachteil von Dir, auch bei einigen Symptomen der Herzinsuffizienz beim Hund. Doch folgende Symptome musst Du unbedingt mit dem Tierarzt abklären lassen.

  1. Geringe Belastbarkeit
  2. Starkes Atmen/Hecheln, auch bei geringer Beweglichkeit
  3. Husten
  4. Zu langsame oder schnelle Herzfrequenz
  5. Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum
  6. Schwacher Puls
  7. Ohnmacht
  8. Kreislaufkollaps
  9. Blaue Färbung der Schleimhäute auf der Zunge und/oder im Mund
  10. Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
  11. Häufige Müdigkeit
  12. Kalte Gliedmaßen

Das sind schon die wichtigsten Symptome, die auf eine Herzinsuffizienz hindeuten und wahrlich gefährlich für den Vierbeiner werden können. Immerhin zeigen sie auf, dass das Herz offenbar nicht funktioniert, was früher oder auch später an Lebensjahre einbüßen wird. Geh also bei den Symptomen lieber einmal zu viel zum Tierarzt, als zu spät.

Die verschiedenen Arten einer Herzinsuffizienz beim Hund im Schnell-Check

Dir wird es vielleicht nur bedingt helfen, wenn wir Dir jetzt die möglichen Probleme am Herzen kurz erläutern, aber Du sollst schon wissen, was auf Dich zukommen kann. Ein wenig Fachwissen hilft Dir auch, die ganze Angelegenheit ruhig und besonnen anzugehen. Denn Dein Vierbeiner ist längst nicht todgeweiht, nur weil er herzkrank ist. Das müssen wir immer wieder mitteilen, aber sieh mal selbst.

Die häufige Linksherzinsuffizienz:

Es gibt keine Zweifel daran, dass die Häufigkeit der Linksherzinsuffizienz bei Hunden nicht zu toppen ist. Diese Erkrankung ist wirklich die häufigste Herzinsuffizienz und manche Rassen wie der Cavalier King Charles Spaniel sind sogar durch ihre Genetik vorbelastet. Die restlichen Vierbeiner sind in den meisten Fällen erst im höheren Alter betroffen. In der Regel ab 10 Jahren und gerade mittelgroße sowie große Hunderassen besonders häufig.

Die seltenere Rechtsherzinsuffizienz:

Es steht außer Frage, dass die Rechtsherzinsuffizienz seltener bei Vierbeinern auftritt, aber sie tritt eben auf. Sie kann u.a aufgrund einer Endokardiose der Trikuspidalklappe auftreten. Es kann aber auch sein, dass Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge oder im Bauchraum zum Rückstau der Herzfunktion führten und eben diese auslösten. Die Ursachenfindung ist daher etwas komplexer.

So wird die Diagnose Herzinsuffizienz bei Deinem Hund gestellt

Schon bei der gängigen und hoffentlich regelmäßigen Routineuntersuchung kann Dein Tierarzt bei Deinem Hund feststellen, ob dort Veränderungen zum Beispiel an den Schleimhäuten zu erkennen sind. Beim Abhören des Herzens und der Lunge, werden auch etwaige Vorkommnisse sofort bemerkt, was zur frühzeitigen Prognose dienlich sein kann. Das EKG, das Röntgen sowie Herzultraschall dienen indes als weiter Optionen, um eine Herzinsuffizienz ausschließen oder bestätigen zu können.

Die Prognose für einen Hund mit einer Herzinsuffizienz

Es ist leider davon abhängig, wie schnell eine mögliche Herzinsuffizienz aufgespürt wurde, um eine bessere Prognose stellen zu können. Je früher, desto deutlich besser sind die Voraussichten für Deinen Vierbeiner. Gefäßerweiternde Mittel werden zum Beispiel in Form von Diuretika und ACE-Hemmer verabreicht. Die Steigerung der Herzkontraktilität wird vorgenommen u.a mit Herzglykoside oder Pimobendan. Das Futter also die komplette Ernährung wird meist angepasst, was sich zwangsläufig
nicht negativ auf Deinen Geldbeutel auswirken muss. Größere Belastungen sollten danach vermieden werden, aber trotzdem darf ein gewisses Pensum an kontinuierlicher Bewegung nicht fehlen. Hierzu rät Dir der Tierarzt sicherlich individuell genau das Richtige zu tun.

Die Prognose ist maßgeblich davon abhängig, wie rechtzeitig die Herzinsuffizienz erkannt wurde. Denn im schlimmsten Fall droht der Tod des geliebten Vierbeiners. Doch auch mit einer frühzeitigen Herzinsuffizienz und dessen Erkennung kannst Du noch viele Jahre glücklich mit Deinem besten vierbeinigen Freund leben. Regelmäßige Routineuntersuchungen beim Tierarzt sind daher ein muss.

  • Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 15.02.2020)
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