Das muss Dein Welpe in seiner Sozialisierungsphase unbedingt kennenlernen

Das muss Dein Welpe in seiner Sozialisierungsphase unbedingt kennenlernen

Im Grunde sollte Dein Welpe ohnehin alles kennenlernen, was es in seinem Alltag zukünftig geben kann. Dass die Sozialisierungsphase von der 8. Woche bis zu 12. Woche dauert, macht es zumindest zeitlich für die ersten Schritte im neuen zu Hause einfacher. Du musst es also keineswegs übertreiben und alles auf einen Tag ansetzen, sondern kannst Du deinem Welpen ganz in Ruhe die Vielfalt seines neuen Lebens zeigen, damit dieser weniger Angst hat und von A bis Z wirklich alles kennt.

Dein Welpe muss sich nicht über Stunden mit einer Sache beschäftigen

Aus welchen Gründen auch immer nehmen viele Hundebesitzer an, dass ihr Welpe sofort über Stunden an einer Sache festhängen muss, um in diesem Bereich bestens sozialisiert zu werden. Dass dies so nicht stimmt, muss ich Dir hoffentlich nicht erklären. Zumal bitte bedenke einmal, wenn dem so wäre, wie viel Zeit für alle Haushaltsgeräte, öffentlichen Verkehrsmittel, Mitmenschen, Kinder, Tiere usw. draufgehen würde. Das würden wir ja dann nie in den 4 Wochen Lernzeitraum, wo die Prägung am intensivsten ist schaffen, richtig? Es reicht also auch aus, wenn Du nur zwei Haltestellen mit dem Bus fährst oder Mal mit der Bahn. Das muss auch nicht sofort täglich sein. Auch reicht es aus, den Welpen 15 Minuten mit in den Park zu nehmen, wo verschiedene Hunde und Menschen, manchmal auch Kinder, den Welpen sehen werden. Hier kann Dein Welpe schon genau kennenlernen, wie es im Umgang mit anderen ist und Stunden Zeit brauchst Du dafür nicht.

Im Haushalt kann Dein Welpe täglich lernen, ohne das Du es steuern musst

Der Haushalt steckt voller Neuheiten für Deinen Welpen. Er wird sich jedoch an diese schneller gewöhnen, weil er den meisten Geräuschen und Alltagssituationen regelmäßig ausgesetzt ist. Dein Welpe soll auch wirklich alles so mitbekommen, wie Du es üblicherweise tust. Bitte werde nicht extra leiser, wenn der neue Bewohner da ist, sondern mache alles, wie gewohnt. Du tust dem Vierbeiner keinen Gefallen, wenn Du dein Verhalten anfänglich anpasst und später dann wieder in die vollen gehst. Folgendes solltest Du dem Welpen im Haushalt auf jeden Fall zeigen und das ruhig regelmäßig die Woche, weil Du es ja wahrscheinlich sowieso brauchst oder tust.

• Staubsauger
• Musikanlage ( die ruhig gemäßigt im Pegel steigern )
• Schubladen knallen ( passiert ja auch so mal )
• Besteck und Geschirr klappern
• Stühle schieben ( gerade auf Parkettböden machen diese ja Geräusche )
• Küchengeräte wie Mixer, Küchenmaschine, Kaffeemaschine einschalten
• Fernseher ( schalte hier ruhig unterschiedliche Lautstärken ein )
• Klingel ( abends schellen, einfaches schellen, Schelle halten oder Sturm schellen )

Das sind alles Geräusche, womit sich Dein Welpe bald täglich oder regelmäßig auseinandersetzt. Bei steigernden Lautstärken wie Musik und dem Fernseher empfehle ich weiterhin, dass Du etwas behutsam die Lautstärke steigerst. Vergiss nicht, dass das Hundegehör sehr deutlich ist und auch höhere Frequenzen von bis zu 50.000Hz für den Vierbeiner problemlos möglich sind. Deswegen musst Du Fernseher und die Anlage langsam und behutsam machen. Auch die tiefen Basstöne. All die anderen Geräusche lernt Dein Welpe sicher schnell kennen. Du saugst ja wahrscheinlich häufiger, es schellt bestimmt auch mal der Postbote, die Freundin, die Mama oder der Bruder. Deswegen kannst Du diese alltäglichen Geräuschkulissen ideal in der Sozialisierungsphase einfließen lassen ohne, dass Du dafür jetzt gesondert Zeit aufbringen musst.

Die akustischen Reize kannst Du leider nicht immer beeinflussen

Es gibt leider Geräuschkulissen, welche Du keineswegs beeinflussen kannst. Wie willst Du auch das Gewitter ertönen lassen? Das ist ein wenig schwieriger oder? Auch außerhalb Silvester kannst Du nur ganz schwierig dem Welpen beibringen, was ein Feuerwerk ist, was Raketen und die lauten Knaller sind. Da hast Du leider keine Wahl, als die Gegebenheiten abzuwarten. Während Du den Straßenlärm allerdings schon beeinflussen kannst. Wenn es eben bei Dir ein wenig ruhiger zugeht, dann geh ruhig mal für einige Minuten auf einer lauteren Strecke spazieren, weil dies Deinem Welpen helfen wird zu merken, dass nichts passiert, aber eben die Straßen und Fahrzeuge ganz unterschiedlich laut sein können. So hilfst Du dem Welpen, sich daran zu gewöhnen, Dir dabei auch zu vertrauen, und Du hilfst auch Dir, damit der Welpe nicht ängstlich zieht, gar nicht erst die Straße passieren mag und mehr. Gehe am besten auch mal über die Straße ( über die Ampel versteht sich ), wenn eine Straßenbahn die Haltestelle passiert. Auch diese Lärmentstehung muss Dein Vierbeiner kennenlernen oder wenn ein Bus die Haltestelle befährt. So vermeidest Du zukünftig ängstliche Situationen.

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Zeige Deinem Welpen, wie unterschiedlich Menschen sein können

Du magst ja vielleicht ein ruhiger und fitter Hundebesitzer sein, aber wie ist es mit der Omi und dem Rollator? Der Bruder läuft vielleicht gerade auf Krücken und die Tante fliegt mit den Koffern in den Urlaub. All das sind unterschiedliche Situationen und Menschen, die auch Dein Welpe gerne kennenlernen sollte. Nimm den Welpen daher ruhig mit auf die Gartenparty, wo unterschiedliche Typen Menschen, mit zarter oder kräftiger Stimme sind, Kinder, die durch die Gegend rennen und mehr. So kann Dein Welpe das auch für sich besser einordnen und den Menschen nicht ängstlich gegenüber stehen. Vor allem wenn Du vergisst, Menschen mit Rollator und Rollstuhl oder Krücken dem Vierbeiner zu zeigen, kann es sein, dass er dort ängstlich und leicht bellend reagiert. Vermeide es direkt, indem Du mal durch die Stadt läufst, die Verwandten besuchst, Freunde kommen lässt usw.

Außerhalb der vier Wände, lernt Dein Welpe auch sehr viel

Nicht nur der Haushalt weist vieles auf, was Dein Welpe lernen kann. Es gibt auch etliche weitere Gegebenheiten, gerade vor der eigenen Haustüre, die Dein Welpe besser frühzeitig in seiner Sozialisierungsphase kennenlernen sollte. Damit vermeidest Du eben immer, dass Dir Dein Welpe ein wenig ängstlich erscheint oder in den Situationen unruhig wird, weil er gewisse Situationen nicht rechtzeitig kennenlernen konnte. Hier würde ich Dir folgende Situationen empfehlen.

• Autolärm
• Selbst mit dem Welpen Auto fahren
• Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
• An Haltestellen warten, um den Welpe auch die Lautstärke näher zu bringen
• Mülltonnen, wenn diese entleert werden
• Einkaufswagen
• Einkaufsshopper

Auch hier kannst Du Deinem Welpen in wenigen Augenblicken viel beibringen und musst das nicht am Tage über Stunden wiederholen. Es gilt immer, kurzfristig, dann lieber 1-2 oder 3 Mal die Woche zeigen, weil sich Dein Hund über kurz oder lang daran gewöhnen wird.

Geduldig musst Du mit einem Welpen in der Sozialisierungsphase immer sein

Nochmals abschließend, Du musst all die Situationen nicht täglich mit dem Welpen durchgehen und schon gar nicht über mehrere Stunden. Mach es ruhig mal 10 Minuten hier, beim Spaziergang 5 Minuten dort und baue es im Alltag in Ruhe ein. Du hast ganze 4 Wochen von der achten bis zur zwölften Lebenswoche, wo die intensive Sozialisierungsphase stattfindet. Dort kann Dein Welpe ganz in Ruhe alles lernen, sich den Situationen widmen und entsprechend lernen, dass nichts passiert. Lass Dir also Zeit, nutze mal täglich hier einige Minuten und dort einige Minuten, sodass Du den Welpen ganz in Ruhe mit Geduld die neue Umgebung zeigen kannst. Er wird sich an allem gewöhnen und damit wenig Angst im Alltag entwickeln.

Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 30.05.2019)

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1 Kommentar zu „Das muss Dein Welpe in seiner Sozialisierungsphase unbedingt kennenlernen“

  1. Manchmal denke ich, man kann einem Welpen gar nicht zu viel zeigen. Denn wenn man etwas vergisst, reagieren die schon sehr suspekt. Aber man vergisst auch durchaus etwas oder kann Dinge nicht zeigen, wie Feuerwerk etc. Das findet ja auch nicht täglich statt. Auf Donner reagiert beim Jacki sehr ängstlich, vor allem weil die in letzter Zeit richtig laut werden, wo selbst ich denke, die Welt geht unter

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